Dimitar Dobrovics 1814/16-1905
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- Издателство
- СамИздат / Неизвестен
- Народност
- българска
- Година
- 2016
- Издание
- първо издание
- Корици
- меки корици
- Страници
- 132
- ISBN
- 9786199050231
За книгата
Dobrovics Malerei ist Teil einer Vielzahl exotischer Bilder von ausländischen Künstlern, die Mitte des 19. Jahrhunderts in Rom lebten. Die Bilder - unabhängig davon, ob sie aufgelegt wurden (grafische und fotografische Abzüge) oder es sich um Gemälde handelte (die in Form von Repliken ebenfalls„aufgelegt" wurden) - vermitteln eine kollektive Vorstellung, die sich als „touristisches Imaginäres" definieren lässt. Das touristische Imaginäre setzt ein kollektives und stilisiertes Bild von Lebensformen und Beziehungen zur Natur voraus; das Exotische ist ein wesentliches Element dieses Bildes. Die exotischen Bilder entsprachen der offiziellen antimodernen Politik des Papststaates.
Die Herstellung und Verbreitung visueller Bilder war in der Mitte des 19. Jahrhunderts Bestandteil der Vernetzung von technischen Mitteln, Infrastruktur, Menschen, Ansichten, Dienstleistungen, Kapital und Gesetzgebung, größerer Sicherheit (auch durch die Beseitigung der Räuberei), der Verbreitung der Telegrafie und der Vereinheitlichung der Zeit auf dem europäischen Kontinent. Dass das Abbild der Antimoderne über Jahrzehnte hinweg mit Begeisterung dargestellt und gekauft wurde, war nur möglich, weil die Moderne bereits existierte. Gerade die Dynamik der modernen Verhältnisse rief die gesellschaftliche Sehnsucht nach einer Welt beständiger Werte und harmonischer sozialer Beziehungen hervor.
Forschungen zu Rom in der Zeit vom Ende des 18. Jahrhunderts bis Ende der 1870er Jahre sind für das Studium der Moderne wesentlich, da die „Ewige Stadt" das Musterbeispiel für ihren Gegenpol darstellte. Die antimodernen Bilder im 19. Jahrhundert waren nur deshalb möglich, weil es die modernen Lebensformen gab, die diese Bilder zielgerichtet übersahen, gegen die sie sich aber auflehnten. Mehr noch - die Künstler der Antimoderne nutzten die modernen Mittel: den Markt, die technischen Möglichkeiten der Bildvervielfältigung, die Gemäldegalerien und den organisierten Tourismus. Die idealisierten Bilder des Volkslebens im 19. Jahrhundert (Einklang mit der Natur, paradiesisch-malerische Orte, sorgloses Dasein der Menschen, beständige Lebensformen) sind Elemente einer antimodernen Ideologie, die sich nicht auf die Kunst beschränkte, sondern auch politisch, sozial, ökonomisch, religiös und philosophisch war.