Sprache und Gewalt • Fluchtlinien der literarischen Moderne

Sprache und Gewalt • Fluchtlinien der literarischen Moderne

от Владимир Сабоурин/Vladimir Sabourin

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Народност
българска
Година
2003
Издание
първо издание
Корици
меки корици
Страници
173

За книгата

Es gibt ein Bild von Otto Dix, Ungleiches Liebespaar (1925) betitelt, in dem eine strahlend uippige Frau auf einem Greis reitet, dessen monstrose Fusse den Vordergrund des Bildes beherrschen. Durch das Fenster im Hintergrund des barock vermoderten Interieurs eroffnet sich ein Blick wie aus dem Bilderbuch auf eine im Brand des Sonnenuntergangs erloschende Stadt. Zugluft aus dem geoffneten Fenster her verfangt sich in medusenhafter Gardine und den furiosen Haaren der Frau. Diese Konstellation aus gelben Seiten, Barock, Bilderbuch und erstarrter Apokalyptik findet man in einem Entwurf zum Mann ohne Eigenschaften aus den spaten 20er Jahren wieder, der den Frauenmorder Moosbrugger und Diotimas Kammerzofe Rachel zusammenfuhrt. Sprache und Gewalt gewinnen in der Moderne eine entfesselte Selbstdynamik, die sowohl am Willen zur Interpretation gegenuber einer sinnverlassenen Welt als auch an der Uberforderung der Sprache als rettende Instanz zu beobachten ist. Dabei ergeben sich Utopie und Gewalt gleichermassen aus der Konzeption der Wirklichkeit als Projekt, die sie jedoch in ihrer systemimmanenten Radikalitat durchbrechen.

Vladimir Sabourin, geb. 1967 in Santiago de Cuba, Studium der Bulgaristik und Russistik an der Sofioter Universitat, Promotion 1994 am Institut fur Germanistik uber Wilhelm von Humboldts Sprachphilosophie, unterrichtet vergleichende Literaturwissenschaft an der Universitat Veliko Tarnovo, Bulgarien.

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